Bücher

#3 – Das Buch der Romantikerin

2. Oktober 2016
Die Seelen der Nacht

Die Historikerin Diana Bishop ist eine Hexe, versucht allerdings ihr Talent zu ignorieren. Doch wie es so typisch ist – das Schicksal klopft immer wieder an ihre Tür oder erscheint auf ihrem Schreibtisch. Eines Abends in der Bibliothek in Oxford fällt ihr ein sagenumwobenes magisches Manuskript in ihre Hände, und plötzlich wird sie von Hexen, Dämonen und Vampiren verfolgt, die ihr das geheime Wissen entlocken wollen. Ihr Retter – der 1.500 Jahre alte Vampir Matthew Clairmont. Naturwissenschaftler und der Mann, der ihr Leben komplett verändert.

Romeo und Julias Geschichte ist Pillepalle

Die Seelen der Nacht ist der erste Roman der Bestseller Trilogie von Deborah Harkness. Dieses Buch ist ein Fantasy-Roman für Erwachsene. Nein, es sind keinerlei pornografischen Darstellungen enthalten, wobei die eine oder andere Sex-Szene dabei ist. Deborah Harkness ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Historikerin und studierte Alchemie, Magie und Okkultismus. Sie ist quasi eine Fachfrau in Sachen übernatürliche Phänomene und das spürt der Leser auf jeder Seite ihres Buches. Intelligent mit geschichtlichen Fakten spinnt sie die Geschichte von Diana Bishop. Die Herausforderung, die Romeo und Julia hatten, sind im Vergleich zu Matthew und Diana Pillepalle- die beiden haben viele Feinde, doch die große Frage ist, warum hindern so viele Mächte sie daran zusammenzukommen?

Crystal Meth für Fantasy-Liebhaber

Das Buch ist voller geschichtlichen Details und Fantasy-Liebhaber entdecken in diesen Zeilen ihr ganz persönliches Crystal Meth – ihr werdet das Buch nicht mehr zur Seite legen können, aber ihr habt ja zwei weitere, die von Mal zu Mal dicker werden! Von den Kreuzzügen nach Jerusalem bis hin zu den Vorkommnissen im neuenglischen Amerika. Insgesamt ist das Buch ein großer Liebesroman mit seinen Hürden und auch seinen Hochs. Der ein und andere Seufzer entfuhr selbst mir, wo ich eigentlich keine Liebesroman-Leserin bin. Ich finde Seelen der Nacht großartig!

Wie sind wir zu diesem Buch gekommen? Das findet ihr im Interview mit Dani (LINK!!) heraus.

#1 Von Pippi zur Widerstandsliteratur

14. August 2016
#1 Von Pippi zur Widerstandsliteratur

Buchliebhaberin von Beruf

#1 Karin für books of berlinKarin hat ihre Liebe zu den Büchern zum Beruf gemacht. Sie ist Bibliothekarin in der Bezirksbücherei in meinem Kiez. Täglich sehe ich sie dort. Täglich versorgt sie mich mit neuen Lesestoff und täglich berät sie viele Menschen dabei, zu welchem Buch sie greifen sollten. Es gab für mich keinen besseren ersten Interviewpartner als Karin! Doch dafür musste ich einiges an Überzeugungsarbeit leisten.

Wofür ist es? Mein Blog. Wie heißt der? Books of Berlin? Ah. Wo erscheint er? Der ist noch in Arbeit. Wird aber bald online gehen (diesen Satz sagte ich vor über acht Monaten!). Bist du dabei? Hm, na gut. Ja? Ja! Super!

Wie begann das eigentlich mit der Liebe zum geschriebenen Wort?

Ihr Vater war es, der sie an die Hand nahm und sie für immer in die Welt der Literatur brachte. Als passionierter Buchhandlungsbesucher, schenkte er ihr Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren. Das war der Beginn einer Leidenschaft, die sich nun in ihrer täglichen Arbeit manifestiert.

Am Lesen liebt Karin vor allem, dass sie entspannen kann. Viele Kissen braucht sie für lange Lesemomente, die bequeme Couch und die Beine hochlegen, damit ist für alles gesorgt, beschreibt sie mir in dem kleinen, überfüllten Pausenraum in der Bibliothek. Bei ihr liegt ein Buch nicht länger als zwei Wochen herum. Sie verschlingt am liebsten Wälzer von Robert Harris mit Titeln wie Pompeji oder das Imperium. Dabei haben es ihr vor allem Romane angetan, die über den zweiten Weltkrieg handeln. Der ein oder andere Krimi landet auch immer mal wieder auf ihrem Nachttisch. Bei den Kriminalroman mag sie vor allem den Unterhaltungsfaktor. Sie kann dabei so richtig entspannen. Doch dann braucht Karin auch wieder etwas für den Kopf, wie sie mir schmunzelnd erklärt. Häufig greift sie auch zur Bibel und zudem gehört sie der aussterbenden Gattung der klassischen Zeitungsleseren an. Vor allem die hochgelobten Romane, erklärt sie, entpuppen sich beim Lesen häufig als eine Enttäuschung.

Karin für Books of Berlin

Welcher ist denn nun der Erste?

Auf die Frage, was denn nun ihr Lieblingsroman ist und welches sie als Startschuss für die Liste der 100 Books of Berlin vorschlagen möchte, war sie zunächst unentschlossen. „Es gibt doch so viele tolle Bücher“, erklärte sie mir. Als sie dann hörte, dass ich es auch lesen werde, machte ich es ihr nicht leichter. Ich hätte sie kalt erwischt, beschwerte sie sich, wo ich ihr Recht geben musste. Doch genau das wollte ich. Ich wollte, dass sie mir den ersten Roman nennt, der ihr durch den Kopf schoss. Bei Entscheidungen ist der erste Gedanke oft der beste, aber nur selten nehmen wir ihn wahr und genau deshalb schrieb ich den ersten Titel auf, den sie mir nannte, obwohl noch viele andere tolle Werke erwähnte. Das erste Buch auf der Liste der Books of Berlin ist:

Im Land der Gottlosen

#1 Im Land der Gottlosen

von Helmuth James von Moltke

Wir starten mit dem Tagebuch von Helmuth James von Moltke und die Briefe, die er an seine Frau Freya von Moltke während seiner Haft zwischen 1944 und 45 schrieb. Wir beginnen mit einem Buch der deutschen Widerstandsliteratur. Wie aufregend!

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei Karin bedanken. Danke, dass du so spontan und schnell mit mir den Beginn für die Liste geebnet hast.

#2 Die Sucht nach dem Russen

14. August 2016
#2 Die Sucht nach dem Russen

Hauptstadtpoetin mit Herz

Hauptstadtpoetin SteffiZugegeben, Steffi ist meine Arbeitskollegin und da wir uns 40 Stunden die Woche sehen, weiß ich eines: Sie gehört zu uns Leserratten. Durch und durch. Als ich ihre Wohnung das erste Mal betrat, manifestiert sich ihre Leidenschaft für das geschriebene Wort in ihrem gesamten Wohnzimmer. In den Regalen, neben dem Bett, unter dem Bett, auf dem Bett, auf den Treppen zu ihren Balkon – überall waren sie – Bücher.

Das und ihr Blog Beta2version waren der Grund, wo ich eines wusste: Ich muss sie interviewen! Es war meine Pflicht! Während Karin keinen Schimmer hatte, worauf sie sich in unserem Gespräch einließ, kannte Steffi meine Idee zum Blog Books of Berlin (Verlinkung zur Hauptseite).

 

Die Omnipräsenz des russischen Aristokraten

Leo Tolstoi ist wohl der Name, der in einer Unterhaltung mit Steffi unumgänglich ist. Der russische Schriftsteller ist allgegenwärtig und begleitet ihre Leselust am nachhaltigsten. Die französische und die russische Literatur haben ihr Herz erobert und ziehen sie seit Jahren in den Bann.

Steffi und AnnaDie Liebesgeschichte zwischen Steffi und Tolstoi klingt wie der Beginn eines Romans. Den Abiturabschluss in der Tasche, wartete die große, weite Welt auf Steffi und dabei hatte sie vor genau einer Sache Angst: Zu verblöden. Das sind meine Worte, Steffi hat es eloquenter formuliert, „der geistige Input“ fehlte ihr. Und während sich ihre ehemaligen Schulkameraden über eines freuten, endlich die Lernerei hinter sich zu lassen, schloss Steffi einen Pakt mit sich selbst: Lesen, lesen und noch mehr lesen. Gesagt, getan? Fast. Der Startschuss fiel an einem schönen Tag, als sie durch Kreuzberg schlenderte. Aus ihrem Augenwinkel sah sie eine kleine braune Box. Steffi drehte sich zu ihr um und stellte fest, dass sie sich vor einer Buchhandlung befand. Sie nährte sich diesem Karton und sah viele kunterbunte Werke und genau zwischen ihnen, eines, dass wohl ihre Lesewelt fundamental veränderte – Anna Karenina.

Sie kannte das Buch nicht (!) und nahm es festentschlossen mit. So begann ihre Sucht nach dem Russen. Das Genie, wie sie mir mit strahlenden Augen erklärt. Leo ist gesellschaftskritisch, melancholisch, politisch, romantisch – aber nich plakativ – untermauert sie mit einem mahnenden Zeigefinger in der Luft – seine Bücher gehen in die Tiefe und ein Seufzen folgt. So begann ihre Passion. In der U-Bahn, vor der Arbeit, nach der Arbeit, vielleicht auch während der Arbeit, dass sagte sie mir natürlich nicht – das Buch klebte in ihrer Hand und begleitet sie bis heute, zumindest nicht mehr physisch.

Eine Romantikerin mit einem Hang zum Abenteuer

Steffi ist eine Romantikerin, doch auch die skandinavischen Krimis sorgen dafür, dass sie sich gepaart mit einer Tasse Tee, in ihrem Bett bequem macht und über den Mord eines Einwohners von Uppsala sinniert. Das Lesen hilft ihr zu entspannen, abzuschalten und ist für sie der Inbegriff von Gemütlichkeit. Doch wenn sie die Wahl hätte einen Charakter eines Romans zu sein, dann wäre sie überhaupt nicht komfortabel. Steffi wäre Ronja Räubertochter. Abenteuer-Charaktere, keine Grenzen, Freiheit und sich die Welt genau so machen, wie sie ihr gefällt. Jetzt bin ich schon zu Astrid Lindgren gedriftet. Lindgrens Romane waren ihre Babyschritte auf in die Welt zur klassischen Literatur, wo sie nun ihr zu Hause gefunden hat.

Ich vermute, ihr habt schon eine Vorahnung, was nun folgt. Steffi hat sich für (Überraschung!!!) Anna Karenina entschieden!

Anna Karenina

#2 Anna Karenina

von Leo Tolstoi

Hiermit möchte ich mich bei Steffi herzlich bedanken. Zwar geisterte Tolstoi immer mal wieder auf meiner das-muss-ich-noch-unbedingt-lesen-Liste herum, doch nun habe ich endlich den Schritt gewagt, auch mal einen Russen neben meinem Bett liegen zuhaben. Wer weiß, vielleicht zieht mich Tolstoi auch in seinen Bann.